17. bis 20. März 2022

Einreichungen ab sofort möglich

Die kommende Nonfiktionale findet vom 17. - 20. März 2022 statt und steht diesmal unter dem Motto "Der gute Ton". Ab sofort können Filme für die nächste Festivalausgabe eingreicht werden. Nähere Informationen finden Sie hier.

Das Motto 2022: "Der gute Ton"

Der Ton macht nicht nur die Musik, sondern auch den Film. Während das Bild gleichsam an der Haustür klingelt, wie es der Filmeditor und Sound Designer Walter Murch formulierte, schleicht sich der Ton durch die Hintertür herein. Und er modelliert das flache Bild hin zu einem filmischen Raum.

Klänge und Atmosphären, Geräusche und Musik stehen als zentrale Gestaltungsmittel im Zusammenspiel mit der Bildebene. Das Sound Design kann mit den Bildern verschmelzen oder gezielt Kontrapunkte setzen. In jedem Fall wird die visuelle Dimension durch Ton erweitert und zuweilen sogar erst zum Leben erweckt - etwa bei der Verwendung von Archivmaterial, Found Footage oder Fotografien.  

Mit unserem diesjährigen Motto „Der gute Ton“ möchten wir uns all diesen Klangräumen widmen und im audiovisuellen Zusammenspiel des Dokumentarfilms den Fokus auf die Tonebene legen. Gesucht sind Filme, die hier unkonventionelle Wege gehen, die mit und von Klängen und Musik erzählen, die die Bildebene mittels der Tongestaltung in besonderer Weise aufladen.

 

Die Nonfiktionale 2021 - Vielen Dank!

Nach vier intensiven Festivaltagen ist die 13. Nonfiktionale zu Ende gegangen! Wir alle haben die Begegnungen vor Ort, die interessanten Diskussionen und Gespräche sehr genossen! Vielen Dank an alle Filmemacherinnen und Filmemacher, die zu uns nach Bad Aibling gekommen sind oder unser Programm aus der Ferne mit Online-Filmgesprächen bereichert haben! Auch hat es uns sehr gefreut, dass trotz Abstands- und Hygieneregeln und strahlendem Sonnenschein so viele Zuschauerinnen und Zuschauer unsere Vorstellungen im Kino, den Open-Air Vorstellungen und im Netz besucht haben.

Nach der langen Durststrecke war das für uns eine wunderbare Erfahrung!

Preisträgerfilme 2021

Im Rahmen der Preisverleihung 2021 vergab unsere Jury, bestehend aus Judith Funke, Vadim Jendreyko und Ulrike Tortora, folgende Preise:

Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling

Den mit 2.000,- Euro dotierten Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling erhielt Bernhard Braunstein für seinen Film ATELIER DE CONVERSATION.

Begründung der Jury:

Wort für Wort und Bild für Bild entfaltet sich ein fast utopisch anmutendes Szenario: Menschen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Kontexten treffen aufeinander und treten miteinander ins Gespräch. Das Ganze geschieht in einem geschützten Raum im Herzen des Centre Pompidou in Paris. Draußen: die Welt, drinnen: Konversationskurs. Auf zwölf roten Stühlen nehmen Menschen unterschiedlichen Alters aus diversen Ländern Platz: Geschäftsleute, Studierende, politische Geflüchtete. Institutionelle und soziale Hierarchien werden in diesem Raum außer Kraft gesetzt. Alle verbindet dasselbe Bedürfnis: sich verständlich zu machen, um mit der Außenwelt in Kontakt treten zu können. Formal stringent, aber nie  dogmatisch, mit Gespür für Rhythmus und großem Geschick in der Montage gelingt es Bernhard Braunstein in seinem Film ATELIER DE CONVERSATION, die Dynamik dieses außergewöhnlichen und kostbaren Ortes in den Kinoraum zu  übertragen.
Ein Film über die Suche nach dem richtigen Wort, die so schnell zur emotionalen und politischen Gratwanderung gerät – aber auch ein Film über die Kraft des Zuhörens und des Gehörtwerdens.

Kurzfilmpreis der Gruppe 3

Der von der Gruppe 3 gestiftete Sachpreis in Form eines ausgesuchten Tonequipments wurde an Volko Kamensky und seinen Film ORAL HISTORY verliehen.

Begründung der Jury:

Ein Paukenschlag. Irritierend langsam gleitet die Kamera an einem Zaun entlang. Dahinter: idyllische Häuser zwischen lichtdurchfluteten Bäumen, verlassen, wie in einem Dornröschenschlaf. Fortwährend suchen wir nach menschlichen Spuren, vergeblich, niemand ist zu sehen – und doch scheinen sie belebt, wirken wie Gehäuse, deren Innenleben wir nur erahnen, aber nicht entschlüsseln können.
Die sorgfältig komponierte Bild- und Klanglandschaft von ORAL HISTORY schafft eine Kulisse, vor der sich die Worte des Films entfalten können, gesprochen von schmeichelnden Frauenstimmen. Ihre Beschreibungen wiederum verändern, was wir in den Bildern lesen. Dieses Wechselspiel setzt sich fort, bis wir – die Betrachter – schließlich erkennen, dass wir selber zu den Protagonisten des Filmes geworden sind und die Szenerie mit unseren Interpretationen, Spekulationen und Projektionen bevölkern. Und mit seiner unerwarteten wie charmanten Schlusswendung führt uns der Film nicht etwa hinters Licht, sondern: hinter den Spiegel, den er uns vorgehalten hat.
„Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind“ heißt es im Talmud. ORAL HISTORY ermöglicht uns auf elegante, kluge und subversive Weise, diese gleichermaßen irritierende und unterhaltsame Erfahrung zu machen.

Bürgerpreis

Der mit 500 Euro dotierte Bürgerpreis wurde von der Schülerjury betehend aus Markus Artl, Lena Winzenburg und Jakob Zweckstetter verliehen. Er ging an DU WARST MEIN LEBEN von Rosa Hannah Ziegler.

Begründung der Jury:

In dem Film wird der Konflikt zwischen zwei Menschen gezeigt, die ihre schwierige Vergangenheit gemeinsam aufzuarbeiten versuchen.
Mittels klarer Bilder, einer einprägsamen Farbkomposition und langer, ungeschnittener Kameraeinstellungen wird man als Zuschauender so in die Situation hineingezogen, dass man sich nahezu als Teil einer verbalen Auseinandersetzung voller tiefgründiger Ehrlichkeit fühlt. Dabei muss man manchmal auch Stille aushalten. Die Tragweite des Konflikts, der bis in die Kindheit zurückreicht, wird einem von Satz zu Satz klarer. Im Kopf des Zuschauenden wird ein Echo erzeugt, das lange nachhallt und im Inneren tief berührt.

Wir gratulieren den Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich!!

Die Preisträgerfilme und die aufgezeichneten Filmgespräche können noch bis zum 26.07. über unsere Streamingwebseite abgerufen werden.

 

JETZT ABER WIRKLICH!

Aus Frühjahr 2020 wird Frühjahr 2021 wird Sommer 2021…  Aber jetzt endlich: Nach der langen Wartezeit freuen wir uns riesig, Sie vom 22. bis 25. Juli zur 13. Festivalausgabe der Nonfiktionale einladen zu dürfen!

Allerdings ist in diesem Jahr einiges anders als gewohnt: Erstmals präsentieren wir uns in analogem und digitalem Gewand zugleich.

Nonfiktionale im Kino

Wir freuen uns riesig, unser Haupt- und Schulprogramm vom 22. bis 25. Juli, im Aibvision Filmtheater präsentieren zu können! - allerdings nur mit der zulässigen Publikumsgröße und unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln. Im Anschluss an jede Filmvorführung wird es, wie gewohnt, Gespräche mit den Macherinnen und Machern des jeweiligen Films geben – komplett analog oder aber via Stream im Kinosaal.

Darüber hinaus werden wir (bei guter Witterung) an drei Abenden einige Filme unseres Programms nochmals unter freiem Himmel in Open-Air-Vorstellungen auf dem Gelände von JiMs Bergwerk zeigen.

Nonfiktionale im Netz

Für jene, die die Nonfiktionale nicht live besuchen können, bieten wir fast alle Filme im Festivalzeitraum auch zum Streamen an. Über die Schnellübersicht unseres Online-Programms oder die Detailansicht der einzelnen Filme gelangen Sie vom 22.07. bis 25.07.2021 auf unsere Streaming-Plattform, auf der Ihnen die Filme gegen eine Gebühr 24 Stunden lang zur Verfügung stehen. In der Gebühr mit enthalten ist immer ein Soli-Euro fürs Kino. Und weil uns bekanntermaßen nicht nur die Dokumentarfilme selbst, sondern auch das Sprechen darüber am Herzen liegt, haben wir im Vorfeld Gespräche mit den Filmschaffenden aufgezeichnet, die in Ergänzung zu jedem Werk (kostenlos) bereit gestellt werden.

 

Unser Kinderprogramm ist in diesem Jahr ausschließlich online zu sehen.

Zwei moderierte Kurzfilmpakete stehen vom 22.07. bis 25.07.2021 über unsere Webseite zum Streamen bereit. Neben den Filmen enthalten sie aufgezeichnete Einführungen und Gespräche mit den Kuratorinnen und Filmschaffenden, die diese mit Kindern des Nonfiktionale-Teams geführt haben.

13. Nonfiktionale: WORT FÜR WORT

Film fängt da an, wo Sprache aufhört. Und so ist auch der Dokumentarfilm zunächst ein erzählendes Medium des bewegten Bildes. Die Mittel des Erzählens wiederum sind überaus vielgestaltig. In der Regel kommt hier die Sprache wieder ins Spiel, in Gesprächen mit den Protagonisten, in beobachteten Dialogen oder in Kommentaren. Zuweilen rückt dabei das gesprochene Wort bzw. der Text in den Mittelpunkt und wird zum tragenden dramaturgischen Element.

Mit dem aktuellen Motto Wort für Wort widmen wir uns in der 13. Festivalausgabe Dokumentarfilmen, die sich in der Dialektik von Bild und Wort auf die Seite der Sprache, des Textes, des Gesprochenen schlagen und ihre Dramaturgie darauf aufsetzen. Die Spannbreite reicht von filmischen Brückenschlägen zur Literatur, über den vom Erzählerkommentar getragenen Essayfilm bis hin zu Gesprächsfilmen, die sich voll und ganz dem Dialog verschrieben haben.

Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die Filmerzählung? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es, um das Gesprochene ins Bild zu setzen? Wie wird ein literarischer Text zu einem genuin filmischen? Welche Qualitäten braucht ein Text oder ein Dialog, um einen Film zu tragen? Welche Anforderungen stellt dies an die Montage? Das Feld ist weit und spannend.