Einreichung zur 15. Nonfiktionale - vom 16. bis 19. März 2023 - ab jetzt möglich

Die kommende Nonfiktionale wird wieder zu unserem angestammten Festivalzeitraum Mitte März stattfinden - vom 16. - 19. März 2023. Diesmal unter dem Motto "Auf dünnem Eis". Ab sofort können Filme für die nächste Festivalausgabe eingreicht werden. Nähere Informationen finden Sie hier.

Motto 2023: Auf dünnem Eis

Wer sich auf dünnes Eis begibt, geht ein Risiko ein, kann einbrechen. Der dokumentarische Zugang basiert in der Regel auf einer empathischen, tragfähigen Beziehung zu den dargestellten Personen, auch wenn kritische Positionen und Themen verhandelt werden. 

Manche Werke jedoch lassen sich in der Beziehung zu ihren Protagonist*innen oder zum Publikum bewusst auf ein Wagnis ein. Sie begeben sich in ein Spannungsfeld von Sympathie und Antipathie, bis hin zur Konfrontation oder sogar zum Scheitern. Ein Mörder als Identifikationsfigur? Radikales Gedankengut ungefiltert in die Kamera gesprochen? Wie mit Weltbildern umgehen, die diametral zu den eigenen stehen, die eine Neuperspektivierung bis an die Grenzen der eigenen Toleranz strapazieren? Welche filmische Form ist angemessen? 

Mit unserem aktuellen Motto „Auf dünnem Eis“ suchen wir Dokumentarfilme, die solche Wagnisse eingehen, indem sie Bruchlinien in Beziehungen sichtbar machen, ambivalente Persönlichkeiten zeigen oder den Zuschauer*innen widerspenstige Positionen zumuten. 

Rückschau auf die 14. Nonfiktionale - vom 30. Juni bis 03. Juli 2022

Die 14. Nonfiktionale ist nach vier intensiven Tagen zu Ende gegangen. Wir hatten wieder tolle Gäste, ein sehr diskussionsfreudiges und offenes Publikum und zauberhafte Begegnungen rund um die Filme! 

Vielen Dank an alle, die diese Festivalausgabe zu diesem wunderbaren Erlebnis gemacht haben!!

Preisträgerfilme 2022

Im Rahmen der Preisverleihung 2022 vergab unsere Jury, bestehend aus Astrid Bayer, Gabriele Mathes und Marc Parisotto, folgende Preise:

Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling

Den mit 2.000,- Euro dotierten Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling erhielt Rebecca Zehr für ihren Film

A Sound of my Own


Begründung der Jury:

Ein Raum voller Kisten und Akten, das Chaos eines Künstlerlebens, das Vermächtnis des Vaters. Wovon verabschiedet man sich um eigenes schaffen zu können? Die Filmemacherin Rebecca Zehr begleitet ihre Protagonistin Marja Burchard auf deren Weg zu einem eigenen musikalischen Ausdruck. Maja hat sich entschieden die Band ihres Vaters weiter zu führen. Die Regisseurin erschafft Bild und Klangwelten mit großer Spielfreude und Erfindungsreichtum. Der Film „a sound of my own“ ist eine Reise durch Zeit und Raum, eine Komposition von Bilder und Tönen, die die innere Energie der Protagonistin erlebbar macht. Wir gratulieren Rebecca Zehr zum Nonfiktionale Preis der Stadt Bad Aibling.

Der Film wird am Donnerstag, dem 7. Juli um 19:30 Uhr nochmals gezeigt.

 

Lobende Erwähnung

Der Film Step across the border von Nicolas Humbert und Werner Penzel wurde von der Jury mit einer lobenden Erwähnung gewürdigt.

 

Kurzfilmpreis der Gruppe 3

Der von der Gruppe 3 gestiftete Sachpreis in Form eines ausgesuchten Tonequipments ging an Bernhard Hetzenauer und seinen Film

Wann habe ich aufgehört, Dir meine Träume zu erzählen


Begründung der Jury:

Reduktion, Einfachheit, Immersion. Eine wahrhaftige Geschichte, auf die dankbar reduzierteste Weise erzählt. Die körnigen, teilweise unscharfen Schwarzweißbilder lassen Zeit und Raum für eigene Gedanken, eigene Bilder im Kopf. Auch der Ton ist reduziert und doch präzise. Das harte, maschinelle Geräusch des Diaprojektors spricht von der Unausweichlichkeit des Todes, nur eine feine Melodie erinnert an die Liebe zum Leben, das vergeht. Ein Film, der auch 15 Jahre nach seiner Entstehung, nichts von seiner Aussagekraft eingebüßt hat. Wir gratulieren Bernhard Hetzenauer zum Kurzfilmpreis.

 

Bürgerpreis

Der mit 500 Euro dotierte Bürgerpreis wurde von der Schülerjury betehend aus Cora Promberger und Emelie Vogginger verliehen. Er ging an

F32.2

von Annelie Boros.


Begründung der Jury:

Was der Protagonistin Vera passiert ist, ist etwas, womit die meisten von uns auf die eine oder andere Art schon mal konfrontiert worden sind. Dass das Thema der Depression aber schonungslos aus erster Hand übermittelt wird, ist etwas durch und durch besonderes. Der innere Monolog und der Briefwechsel fesseln und geben einen Einblick in die Gefühlswelt der Betroffenen sowie der Angehörigen. Durch die Interviews mit den Experten erlangt der Film eine andere Realitätsdimension. Beeindruckt hat uns auch die Metaphorik der Bilder. Das Werk hat uns lange beschäftigt und unvergleichliche Emotionen geweckt. Aus diesem Grund gewinnt F 32.2 den Bürgerpreis.

Wir gratulieren den Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich!!

 

 

Das Motto 2022: "Der gute Ton"

Der Ton macht nicht nur die Musik, sondern auch den Film. Während das Bild gleichsam an der Haustür klingelt, wie es der Filmeditor und Sound Designer Walter Murch formulierte, schleicht sich der Ton durch die Hintertür herein. Und er modelliert das flache Bild hin zu einem filmischen Raum.

Klänge und Atmosphären, Geräusche und Musik stehen als zentrale Gestaltungsmittel im Zusammenspiel mit der Bildebene. Das Sound Design kann mit den Bildern verschmelzen oder gezielt Kontrapunkte setzen. In jedem Fall wird die visuelle Dimension durch Ton erweitert und zuweilen sogar erst zum Leben erweckt - etwa bei der Verwendung von Archivmaterial, Found Footage oder Fotografien.  

Mit unserem diesjährigen Motto „Der gute Ton“ möchten wir uns all diesen Klangräumen widmen und im audiovisuellen Zusammenspiel des Dokumentarfilms den Fokus auf die Tonebene legen. In diesem Jahr zeigen wir Filme, die hier unkonventionelle Wege gehen, die mit und von Klängen und Musik erzählen, die die Bildebene mittels der Tongestaltung in besonderer Weise aufladen.